Herbstliche Heide

Die Lüneburger Heide im Oktober bei Sudermühlen

Ob im Frühjahr, im Spätsommer zur Heideblüte oder im goldenen Herbst – die Heide ist immer eine Reise wert. Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und die Sonne weniger Zeit am Himmel scheint, ergriff ich schnell die Gelegenheit, den blauen Himmel für einen Spaziergang in der Heide zu nutzen. Von Sudermühlen aus begann ich meinen ca. 4,5 km langen Rundweg. Nach wenigen hundert Metern bog ich links in den Wanderweg nach Döhle ein und passierte rechts den Bienenzaun. Die anspruchslosen Birken, die schon immer in den Heidegebieten wuchsen, leuchteten mit ihrem verfärbten Blättern goldfarben in der Sonne. Besonders kontrastreich zeichneten sie sich zum azurblauen Himmel ab.

Herbstliche Birke

Weiter ging es am Waldrand rechts entlang und schon bald bog ich in den Kiefernwald ab, eine gelbschwarze Pfeil-Wegmarkierung der neuen Premiumwanderwege zeigte mir den Weg. Als ich aus dem Wald herauskam, leuchtete die verblühte Heidefläche herbstlich im warmen Braunton. Nur die einzeln stehenden Wacholderbäume trugen weiterhin ihre konstante Farbe, sie dürfen sich im Herbst nicht farblich verwandeln. Sie, die ganz typisch für die ursprünglichen Heidegebiete sind. Übrigens, dabei fällt mir ein, dass man Wacholder auch trinken kann…… Ich werde jedenfalls nach dem Spaziergang zu Hause lieber ein Wacholder-Wannenbad nehmen.

Wacholder
Als ich dann an den Weiden des Radenbaches nach rechts in Richtung des Präs.-Robert-Koch-Wanderweges abbiege, sehe ich über den Wacholderspitzen schon den Schafstall, der links des Weges steht.

Schafstall am Wegesrand
Schon bald habe ich den Kochwanderweg erreicht und nun geht es auch schon wieder zurück nach Sudermühlen. Die Sonne scheint kurz vor meinem Ziel auf die verfärbten Eichen, die weiter eine geschlossene Baumallee bilden und das Ganze wie einen Tunnel aussehen lassen.

Eichentunnel
Nach gut 1 1/2 Stunden habe ich keinen tristen und grauen Herbsttag erleben dürfen und zu Hause lese ich dann das Herbstlied von Friedrich Hebbel:

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

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