Von Brackel über den Töps nach Wesel
Auch aus dem nördlichsten Bereich des Naturparks Lüneburger Heide ist es möglich, eine Kutschfahrt mitten in die Heide zu unternehmen.

An einem Sonntag bereits um 07.30 Uhr starten wir mit Peter und seiner Kutsche von Brackel. Unser Ziel ist Wesel, das Gasthaus “Heidelust”. Dort spielt im Biergarten ab 11.30 Uhr die Horny Jazz Union zum Jazzfrühschoppen und damit das Bier auch ordentlich schmeckt wird aus dem Ofen Ente frisch zu 13,50 € angeboten. Gute drei Stunden sollen wir bis Wesel für die Fahrt benötigen und weil wegen des frühen Aufstehens am Sonntag morgen unterwegs rustikal gefrühstückt werden sollte, mussten wir schon so früh los. In den mitgenommenen Kühlboxen waren die Frühstückssachen und die Getränke verstaut, frische Sonntagsbrötchen in einem Leinensack warteten darauf, aufgeschnitten zu werden. Pünktlich zogen auf Geheiß von Peter die beiden Kaltblüter die Kutsche an und Anton, der Appenzeller Sennhund, saß unruhig angeleint auf dem Kutschbock. Nach gut einer halben Stunde Fahrt hielten wir auf einem Feldweg an.Die seitliche Abdeckplane wurde hochgeklappt, so dass die Morgensonne in den Kutschwagen hineinscheinen konnte. So konnte das ersehnte Frühstück beginnen. Der Kaffe duftete aus den aufgeschraubten Thermoskannen, es wurden die aufgeklappten Tupperdosen mit verschiendenartigen Belegen für die Brötchen gereicht und unter “Begleitung” eines zusätzlich aufmunternen Sektes wurde ein deftiges Kutschenfrühstück inmitten der Natur eingenommen. Auf sandigem Weg fuhren wir in Richtung Dierkshausen weiter, Antons Stunde war gekommen. Er durfte jetzt “vom Bock”, was er offensichtlich genoss, den er rannte immer wieder um die Kutsche herum und ermunterte die Pferde mit seinem Bellen zur Weiterfahrt.
Absteigen in Entenhausen

Offiziell gibt es dieses Entenhausen nicht, keine Karte weist es aus. Nur der kleine Tümpel, überfüllt mit Enten, gibt diesem Ortsteil von Dierkshausen seinen Namen. Aber ab hier begann die langgezogene Steigung hinauf zum Töps, dem wunderschönen Hanstedter Heidegebiet. Selbstverständlich entsprachen wir dem Wunsch von Peter abzusitzen, um die Pferde für diese Strecke zu schonen. Wir stellten schon bald fest, dass dieser Spaziergang nach dem Frühstück uns gut bekam. Am Eingang zum Töps hielt Peter an und wir genossen ab hier den herrlichen weiten Heideblick des Töps. Jeder von uns hatte schnell einen blühenden Pulk Heide ausgemacht. Am Schafstall angekommen fuhren wir nicht einfach vorbei, Peter “umrundete” den Stall und gab einige Erklärungen zur Bauweise. Schnurstracks verlief der Weg bis zur Schierhorner Straße durch die weite anschließende Weseler Heide. Als wir den Asphalt der Straße unter uns hatten, wussten wir, dass es nicht mehr weit bis zur “Heidelust”war.
Frühschoppen mit “Heidejazz”
Die Kutsche wurde sicher in einem schattigem Seitenweg abgestellt. Wir waren pünktlich eingetroffen und nahmen auf unseren reservierten Plätzen im Biergarten Platz. Die Tische warfen hübsch dekoriert und die Horny Jazz Union hatte in Marions Musikpavillon alles aufgebaut, um pünktlich 11.30 Uhr aufspielen zu können. Das bestellte Bier ließ nicht lange auf sich warten, der Frühschoppen nahm seinen Anfang. Die gespielten Stücke der Jazzband waren uns vertraut und so wurde mit Applaus zu den einzelnen Soloeinlagen nicht gegeizt. Die von mehreren von uns bestellten leckeren Enten frisch aus dem Ofen (nicht aus Entenhausen ?) verbreiteten plötzlich einen ganz anderen Duft und herzhaft verspeisten wir die bestellten Speisen.
Rückfahrt auf teils anderen Wegen
Nach zweieinhalb Stunden Jazz im Biergarten beschlossen wir die Rückfahrt. Die Band spielte zu unserem Abschluss das gewünschte Stück “Petit fleur”, wozu wir dann als einzige die Grasnarben-Tanzfläche betraten und tanzten. Alle waren sich einig, das war ein gelungener Jazz-Frühschoppen. Dem Wirt wurde schriftlich unser Dank überbracht. Er machte uns noch auf sein Veranstaltungsblatt aufmerksam. Hier konnten wir lesen, dass in den Sommermonaten Jazz-Frühschoppen verschiedener Bands veranstaltet werden. (www.heidelust.de) Wir bestiegen unsere Kutsche. Jetzt wurden die Kühltaschen mit den Getränken geöffnet, denn unterwegs war trockene Luft angesagt und das macht durstig. Zuerst fuhren wir die gewohnte Strecke. Aber dann an einer Kreuzung auf dem Töps fuhr Peter mit uns in Richtung Drumbergen. Ab Drumbergen führte uns der weitere Weg in Richtung Asendorf. Von diesem herrlichem Weg hatten wir einen weiten Blick in das abfallende Landschaftsgebiet der Schmalen Aue. Kurz vor Asendorf ging es dann immer wieder rechts und links weiter, bis wir plötzlich wieder auf unserem alten Hinfahrtweg waren. Jetzt war es nicht mehr weit bis Brackel. Gegen 17:15 Uhr fuhr Peter mit uns auf seinen Hof, spannte die müden Pferde ab und selbst Anton hatte das Herumlaufen um die Kutsche vergessen. Ein toller Ausflug war zu Ende gegangen.
Buchungsanfragen
Sollte Sie Gefallen an einer solchen geschilderten Kutschfahrt in der Gruppe haben, so können Sie bei mir anfragen. Ich mache ihnen ein Angebot.
